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Die Wahrheit über Pelz

Anlässlich der kalten Jahreszeit sind sie leider wieder geläufig: Pelzjacken. Es gibt viele Gründe, weshalb man keine Pelzjacke tragen sollte. In diesem Beitrag geht es um die nackten Tatsachen der Pelzindustrie.

Die Marketinglüge
Marken wie Canada Goose behaupten, der von ihnen verwendete Pelz sei «von Tieren, die nicht unfair behandelt wurden» und man könne die Herkunft der Materialen «vollständig nachverfolgen» [1]. In Tat und Wahrheit sieht die Sache anders aus. Auf der Webseite von Canada Goose finden sich nämlich keine genauen Angaben, lediglich ein Verweis auf «wearefur.com» [2]. «Wearefur» wiederum zeigt das, was der Pelzträger eigentlich sehen möchte. Diese Werbetechnik kennt man nur zu gut von «Schweizer Fleisch» und «Swiss Milk». Statt transparent die ganze Prozedur zu zeigen, schaukelt man dem Konsumenten vor, dass die Produkte in einer «heilen Welt» entstanden sind.

In einem Werbevideo von «Wearefur» porträtiert man den Herren «Janos Fulop», einen «Chinchilla Farmer» aus Ungarn, der sich selbst als «Tierliebhaber» bezeichnet. Nach fast einer Minute von Landschaftsaufnahmen, die eigentlich nicht relevant sind, sieht man den Arbeiter an den Käfigen stehen. [3]

[3]

Er habe über 340 weibliche Chinchillas in seiner «Farm» und er habe mit der Arbeit angefangen, weil die Chinchillas so «niedlich» sind und er sie «so sehr liebt». Er versichere uns, er habe ein Zertifikat in «Tierfürsorge». Seiner Meinung nach seien Tierrechtsaktivisten wie «Wachhunde» für die Industrie. Er lehne aber ihre Methoden und ihre Argumente ab. Schliesslich seien die Tiere in «guten Konditionen» gehalten und für ihren Pelz «gezüchtet», das seien keine wilden Tiere. «Das sind wie Hühner und Schweine», meint er. Seine Frau sage immer, sein Mann würde diese Arbeit auch gratis machen, denn er mache diese Arbeit so gerne. [3]

Ein weiteres Video zeigt einen Kanadischen «Trapper». In einem 20-minutigen Interview sieht man gerade mal für ein paar Sekunden ein kleines Tier, welches Opfer seiner Falle wurde [3]:



Er betone doch sehr, dass seine Arbeit möglichst «human» und «nachhaltig» durchgeführt wurde. [3]

Die Realität
In solchen Werbevideos wird nicht thematisiert, was die Industrie eigentlich für die Tiere bedeutet. Ein Käfig ist weder für Chinchillas, Füchse oder Nerze der natürliche Lebensraum. Ein Tier, welches in der Natur den sanften Boden unter den Pfoten hätte, mit Artgenossen in der Freiheit lebt und seinen Feinden aus dem Weg geht, entwickelt in einem Käfig ziemlich rasch psychische Störungen.

[4]

Aufnahmen von Aktivisten bezeugen, dass die Tiere in solchen Pelzfarmen sich ständig im Käfig hin und her bewegen. Sie stehen unter Stress. Sie sind Zeuge davon, wie ihre Artgenossen misshandelt und getötet werden.

Der Stress ist für die Tiere irgendwann nicht mehr auszuhalten, wie verdeckte Aufnahmen aus «Nerzfarmen» zeigen. Die Nerze fangen an sich selbst zu verletzen [5]:

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Oder sie fressen auch ihre Artgenossen, die frühzeitig im Käfig gestorben sind:

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Wenn der Pelz eines Tieres «reif» für die Pelzjacke ist, so wird eine schnelle und brutale Prozedur durchgeführt. Man muss an dieser Stelle im Hinterkopf behalten, dass es in dieser Industrie immerhin um den Profit geht und nicht um das Tierwohl.

Ein Marderhund wird aus dem Käfig gezerrt und mit mehreren Stockschlägen niedergeschlagen, während seine Artgenossen mitschauen:

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Manchmal ist das Tier aber, trotz mehrfachen Schlägen, immer noch nicht tot und zuckt wegen den unerträglichen Schmerzen:

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Die grausame Prozedur wird weitergeführt. Der Marderhund wird aufgehängt und gehäutet:

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Häufig atmen die Tiere nach der Häutung immer noch:

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Die Kadaver werden danach als Tierfutter benutzt, für die restlichen Tiere in der Industrie, oder verbrannt. [6]

Die Tiere in der Wildnis, welche für die Industrie gejagt werden, erleiden ebenfalls einen qualvollen Tod. Wenn sie in eine Falle treten, müssen sie oft tagelang an dieser Stelle ausharren [6]:

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Unter diesen Umständen sterben sie entweder an Hunger, Durst, ihren Verletzungen oder werden dann von Jägern erschossen. Die Jäger behaupten oft, dass sie mit ihrem «Einsatz» die «Überbevölkerung» der Tiere regulieren. Andererseits wissen die Biologen aber, dass gewisse Rudeltiere ohne ihre Leittiere sich sogar noch stärker vermehren. Die «Regulation der Überbevölkerung» oder der Profit sind also beides schwache Argumente für diese grausame Praktik. [6]

Du kannst etwas gegen die Pelzindustrie tun
Pelz ist nie artgerecht. Es spielt dabei keine Rolle, woher der Pelz stammt. Klar ist immer, dass für ein Produkt mit Pelz ein Tier unter grausamen Bedingungen sterben musste. Als Konsumenten bestimmen wir die Nachfrage und somit auch das Angebot. Entscheide dich also in Zukunft bewusst für eine Jacke, Mütze oder Accessoire ohne Pelz. Solltest du noch eine Jacke mit Pelz in der Garderobe haben, so kannst du mit Organisationen wie ATAZ oder TIF in Kontakt treten und die Pelzteile für Demonstrationszwecke spenden.



 
[1]: https://www.canadagoose.com/ca/en/clarence-coat-2577M.html?cgid=shop-mens#cgid=shop-mens&start=1 (Stand 14.11.2018)
[2]: https://www.canadagoose.com/ca/en/fur-and-down-policy/fur-and-down-policy.html (Stand 14.11.2018)
[3]: https://www.wearefur.com/responsible-fur/responsible-fur-in-video/ (Stand 14.11.2018)
[4]: https://youtu.be/3qFjJUtRIn8 (Stand 14.11.2018)
[5]: https://youtu.be/xNuWU1PGPO8 (Stand 14.11.2018)
[6]: https://youtu.be/dCD_0MaCgcM (Stand 14.11.2018)

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