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Cholesterin


Cholesterin, oder auch Cholesterol genannt, bezeichnet eine natürliche und fettähnliche Substanz die im Körper vorkommt. Jeder Mensch hat einen Grundpegel an Cholesterin, der von der eigenen Leber stammt, so auch Tiere wie Kühe oder Schweine. Durch die Nahrungsaufnahme gelangt aber ebenfalls Cholesterin in den Körper [1]. Einige denken zu viel Cholesterin sei schädlich und andere wiederum schären sich nicht drum. In diesem Beitrag zu «Wissenswertes» möchte ich Cholesterin genauer unter die Lupe nehmen.

LDL und HDL
Im Blutbild eines Menschen lassen sich zwei Arten von Cholesterol finden, nämlich LDL und HDL. LDL bezeichnet «Low Density Lipoprotein» [2] und wird als «schlechtes» Cholesterin bezeichnet, weil es sich, in gewissen Mengen, in den Blutbahnen des Körpers ablagern kann. Dies hat zur Folge, dass das Blut nicht mehr richtig fliessen kann, man spricht von einer vaskularen Krankheit [1].

Das HDL Cholesterin, sprich «High-density lipoprotein» [3], wird als «gutes» Cholesterin bezeichnet. Dies, weil es im Körper auch von der Leber wieder abgebaut werden kann und somit keine Ablagerungen in den Arterien hinterlässt [1].

Folgen von zu hohem LDL-Gehalt im Blut
Umgangssprachlich sagt man, man hätte einen «zu hohen Cholesterinspiegel», was eigentlich aussagen will, dass der LDL-Gehalt im Blut zu hoch ist. Was sind die Folgen?

Eine Studie der «American Heart Association» [4] belegt, dass es eine lineare Relation zwischen LDL Cholesterol von 75mg pro Deziliter Blut und der Bildung von Arterienablagerungen (=«plaque») gibt. Die entsprechenden Probanden zeigten ein erhöhtes Risiko an Diabetes (=«diabetes mellitus») und Bluthochdruck (=»hypertension») zu erkranken.

Ablagerungen in den Arterien bilden mit der Zeit Atherosklerose, oder auch bekannt als Arteriosklerose, was eine krankhafte Einlagerung von LDL-Cholesterin in den Blutgefässen darstellt [1]. Beweise dafür, dass Cholesterin tatsächlich in Verbindung mit Arteriosklerose steht, gibt es genug. Studien belegen, dass Pflanzenfresser durch die Einnahme von Cholesterol und gesättigten Fettsäuren ebenfalls Ablagerungen in den Blutbahnen bilden, ähnlich wie Menschen. Weiter ist Cholesterol ein Bestandteil von Proben, welche man den Ablagerungen in den Arterien entnommen hat. Ebenfalls hat man mit Studien bewiesen, dass Menschen mit geringerem LDL-Gehalt im Blut keine, bis weniger Symptome von vaskularen Erkrankungen aufzeigten und bei erkrankten Probandengruppen, wo man gezielt das LDL gesenkt hat, sich die Symptome linderten.[6]

Warum man sich um diese Ablagerungen in den Arterien schären sollte, sind die Folgen davon: Herzkrankheiten, Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschäden, Zahnfleischentzündungen oder Impotenz [19].

Welcher Cholesterinspiegel gilt als gesund?
Für Menschen gilt ein LDL-Gehalt von 50 bis 70mg/dl als optimal [7]. Ein Deziliter Blut eines Menschen sollte im Idealfall also etwa 50 bis 70mg LDL enthalten. In diesem Wertebereich sind beim Betroffenen keine Sicherheitsrisiken erkennbar [7].

Bei Menschen, die einen gesamten Cholesterin (also LDL und HDL zusammen) von <150mg/dl haben und LDL von geringerem Wert als 100mg/dl, besteht ein sehr geringes, bis kein Risiko an Atherosklerose zu erkranken. Hingegen bei Patienten, die ein Gesamtwert an Cholesterin von über 150mg/dl und einen LDL-Wert von über 100mg/dl aufweisen, besteht durchaus ein erhöhtes Risiko an Arteriosklerose zu erkranken.[6]

«Ich verstehe Bahnhof. Gibt es da ein Beispiel?» 
Betrachten wir mein eigenes Blutbild vom 05.07.2017. Mein Bluttest zeigte:
«Cholesterin gesamt: 3.7mmol/L», was umgerechnet etwa 144mg/dl ist.
«Cholesterin LDL: 1.80mmol/L», umgerechnet etwa 70mg/dl.
Fazit: Da mein gesamtes Cholesterin gering ist und der LDL-Gehalt in meinem Blut ebenfalls, ist für mich das Risiko, an Ablagerungen in meinen Arterien zu leiden, sehr gering bis inexistent.
Nehmen wir ein anderes Beispiel. Ich kenne diesen Mann nicht persönlich, er stellt aber seine Laborwerte frei zur Verfügung auf Youtube [8]. Zugegen, es handelt sich hier um einen ausserordentlichen Fall, in Betrachtung seiner «Keto Diät», andere Menschen würden aber meine vegane Diät ebenfalls als «extrem» bezeichnen. Deshalb finde ich es fair, dass man zur Illustration einen starken Konsumenten von Tierprodukten (Fleisch, Milch und Eier) nimmt. Sein Bluttest zeigte:
«Cholesterin gesamt: 220mg/dl»
«LDL-Cholesterin: 4.16mmol/l» oder anders gesagt, 160mg/dl.
Fazit: Sein gesamtes Cholesterin übersteigt 150mg/dl bei weitem und sein LDL-Wert ist mit 160mg/dl alarmierend hoch. Mit seinen Blutwerten ist die Wahrscheinlichkeit, an Ablagerungen in den Arterien zu erkranken, extrem hoch.

Einen zu hohen Cholesterinspiegel kann man mit der richtigen Ernährung vermeiden
Es gibt Fälle, da haben Betroffene nur sehr geringe Einflussmöglichkeiten auf ihren LDL-Gehalt im Blut, dies, weil es genetisch bedingt ist. Betroffene Patienten verfügen über eine geringere Menge an LDL-Rezeptoren im Körper und haben deshalb bereits bei der Geburt Cholesterol-Werte von über 800mg/dl. Ein Tod im jungen Alter ist die Folge. Die Wahrscheinlichkeit so zur Welt zu kommen ist aber sehr gering, schätzungsweise etwa 1:1'000'000 [6].

In den meisten Fällen also, können Menschen ihren zu hohen Cholesterinspiegel durchaus beeinflussen. Der grösste Einfluss hat die Ernährung. Es ist bewiesen, dass Cholesterol von tierischen Produkten stammt, sprich Fleisch, Milch, Käse, Eier und so weiter. Wer keine solche Produkte konsumiert, nimmt kein Cholesterin ein [6]. Mit anderen Worten, die Cholesterin-Werte einer solchen Person senken sich im Laufe der Zeit in einen gesunden, basalen Rahmen, da die Leber bereits Cholesterin produziert, wie bereits erläutert [1].

Menschen, die Produkte tierischer Herkunft konsumieren, nehmen viel Cholesterin ein. Es fängt an beim Nutella-Aufstrich (enthält Eier) und dem Glas Milch am Morgen, wird fortgeführt beim Menu mit Fleisch zum Mittagessen und abgeschlossen mit dem Schinken auf dem Sandwich zum Nachtessen. Zur Verdeutlichung demonstriere ich gerne ein paar Zahlen (Cholesterin in mg pro 100g Nahrungsmittel) :
Spagetti (mit Eiern drin): 95mg [9]
Hühnerei, ganz: 400mg [10]
Mayonnaise: 57mg [11]
Thunfisch: 60mg [12]
Barsch, Flussbarsch: 70mg [13]
Kalbsfleisch: 70mg [14]
Rindfleisch, Filet: 60mg [14]
Rinderleber: 265mg [14]
Schweinefleisch, Kotelett: 70mg [14]
Schweineleber: 340mg [14]
Schweinehirn: 2000mg [14]
Huhn, Brust: 60mg [15]
Truthahn, Brust: 60mg [15]
Kondensmilch, 10% Fett: 33mg [16]
Magermilch: 3mg [16]
Vollmilch: 12mg [16]
Gorgonzola: 102mg [17]
Mozarella: 46mg [17]
Speisequark: 17mg [17]

Wer sich vegan ernährt, streicht sämtliche Cholesterin-Nahrungsquellen aus dem Ernährungsplan. Das hat positive Folgen für die Gesundheit. Studien und Analysen belegen, dass Veganer die geringsten LDL-Werte aufweisen. Wer sich vegetarisch ernährt, hat ebenfalls bessere Werte zu verzeichnen als «Allesesser».[18]

Es existiert aber auch die Meinung, dass Cholesterin überhaupt nicht mit der Ernährung zusammenhängt [20]. Ich persönlich finde, unter Berücksichtigung meiner eigenen Blutwerte und Recherchen, dass durchaus ein Zusammenhang besteht. Ich lade an dieser Stelle gerne zum Selbsttest ein: Führe beim Arzt einen Bluttest durch. Stelle deine Ernährung um und iss eine Weile, vielleicht drei Monate, keine tierischen Produkte. Führe dann erneut einen Bluttest durch und vergleiche die Cholesterin-Werte.

Fassen wir mal zusammen:
Man unterscheidet «schlechtes» LDL und «gutes» HDL Cholesterin, wobei LDL dafür verantwortlich ist, dass sich in den menschlichen Blutbahnen Ablagerungen bilden können und somit vaskulare Erkrankungen ihren Ursprung finden. Studien belegen, dass ein gesunder Rahmen für Cholesterin-Werte existiert und man diesen, zur Vermeidung von Atherosklerose, einhalten sollte. Untersuchungen sehen auch einen deutlichen Zusammenhang zwischen einer Ernährung geprägt von tierischen Produkten und schlechten Cholesterin-Werten sowie einer veganen Ernährung und gesundem Cholesterin-Gehalt im Blut.





[1]: https://www.youtube.com/watch?v=0kH_1JGe_5c (Stand 30.07.2017)
[2]: https://de.wikipedia.org/wiki/Low_Density_Lipoprotein (Stand 30.07.2017)
[3]: https://de.wikipedia.org/wiki/High_Density_Lipoprotein (Stand 30.07.2017)
[4]: http://circ.ahajournals.org/content/circulationaha/108/22/2757.full.pdf (Stand 30.07.2017)
[5]: https://de.wikipedia.org/wiki/Atherosklerose (Stand 30.07.2017)
[6]: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1312295 (Stand 30.07.2017)
[7]: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15172426 (Stand 30.07.2017)
[8]: https://www.youtube.com/watch?v=RlsV_e1MD1o (Stand 30.07.2017)
[9]: http://www.medizinfo.de/kardio/lipide/tab/getreideprodukte.htm (Stand 30.07.2017)
[10]: http://www.medizinfo.de/kardio/lipide/tab/eier.htm (Stand 30.07.2017)
[11]: http://www.medizinfo.de/kardio/lipide/tab/fette.htm (Stand 30.07.2017)
[12]: http://www.medizinfo.de/kardio/lipide/tab/seewasserfische.htm (Stand 30.07.2017)
[13]: http://www.medizinfo.de/kardio/lipide/tab/suesswasserfische.htm (Stand 30.07.2017)
[14]: http://www.medizinfo.de/kardio/lipide/tab/fleisch.htm (Stand 30.07.2017)
[15]: http://www.medizinfo.de/kardio/lipide/tab/gefluegel.htm (Stand 30.07.2017)
[16]: http://www.medizinfo.de/kardio/lipide/tab/milch.htm (Stand 30.07.2017)
[17]: http://www.medizinfo.de/kardio/lipide/tab/milchprodukte.htm (Stand 30.07.2017)
[18]: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3916209/ (Stand 30.07.2017)
[19]: http://www.vitanet.de/krankheiten-symptome/arteriosklerose/folgeerkrankungen (Stand 30.07.2017)
[20]: https://www.beobachter.ch/leben-gesundheit/ernaehrung-genuss/artikel/ernaehrung_das-maerchen-vom-cholesterin (30.07.2017)

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