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Sind Menschen Fleisch-, Alles- oder Pflanzenfresser?

Um die Frage zu beantworten, ob Menschen Fleisch-, Alles- oder Pflanzenfresser sind, muss man sich zuerst mal vergegenwärtigen, was überhaupt Spezies dieser Kategorien ausmacht. In diesem Beitrag betrachten wir Fleischfresser und Menschen unter verschiedenen Aspekten, beleuchten den menschlichen Körper aus biologischer, ernährungstechnischer und jetziger medizinischer Sicht.

Die Zähne von Fleisch-, Pflanzen- und Allesfressern 
[1]
Das Gebiss eines typischen Fleischfressers, beispielsweise eines Tigers, zeichnet sich vor allem durch mächtige Schneidezähne aus. Umgangssprachlich wird oft von “Raubtieren” gesprochen, obwohl eigentlich Fleischfresser gemeint sind. Es ist zu beachten, dass Raubtiere (Carnivora) nicht zwingend Fleischfresser (Carnivoren) sein müssen. So gibt es Beispielsweise Bären, wie der Grizzly oder Schwarzbär, die beide ähnliche Gebisse haben wie Polarbären (=Fleischfresser), sich aber trotzdem als Allesfresser klassifizieren, da ihre Hauptnahrungsquelle nicht Fleisch ist [2].

[3]
Ein typischer Fresser von Pflanzen ist beispielsweise das Schaf. Das Schafgebiss ermöglicht es ihnen Blätter und Gras zu zermahlen [2]. Gorillas verfügen ebenfalls über relativ kleine Schneidezähne und sind, von allen Affen, die ausgeprägtesten Pflanzenfresser [4]. Menschen haben ebenfalls kleine Schneidezähne und können mit Hilfe ihrer Prämolar und Molar die Nahrung zermahlen [6]. Ebenfalls interessant ist, dass Schafe und Menschen mit ihrem Kiefer horizontale Bewegungen ausführen können, wohingegen Fleischfresser nur auf- und abwärts ihren Kiefer mobilisieren können [9].

[5]
Schweine werden als Allesfresser bezeichnet. Die Anpassungen eines Allesfresser-Gebisses kann je nach Spezies sehr unterschiedlich aussehen [2]. Parallelen zum Menschen zu ziehen ist deshalb schwierig.

Zungenvergleich
Wer schon mal von einer Katze am Finger geleckt worden ist, der kennt es. Die Zunge eines Fleischfressers ist ziemlich rau. Bei einem Tiger ist diese raue Struktur der Zunge weitaus deutlicher. Papillen einer Tigerzunge können bis zu 5 mm lang werden und eignen sich deshalb hervorragend zur Fellpflege aber auch zum Abschaben von Fleisch an Knochen [7].

Menschen haben eine sehr glatte Zunge, diese eignet sich deshalb nicht zum Abschaben von Fleisch. Stattdessen ermöglicht es die menschliche Zunge die Nahrung im Mund zu bewegen. Die Bewegung wiederum ermöglicht besseres Kauen sowie Durchspeichelung. Ebenfalls wäre das Sprechen ohne Zunge nicht möglich [8]. In diesem Sinne lässt sich sagen, dass die menschliche Zunge eine typische Aufgabe eines Pflanzenfressers erfüllt, nämlich das längere Kauen von Nahrung durch Repositionierung ermöglichen.

Speichel und Ptyalin
Der Fleischfresser hat in seinem Speichel einen hohen Säuregehalt. Er eignet sich deshalb gut um tierisches Eiweiss zu verdauen. Ebenfalls verfügt er nicht über Ptyalin, was für die Verdauung von Stärke, somit Kohlenhydrate, notwendig ist [10].

Der menschliche Speichel hingegen hat einen ph-Wert zwischen 6.5 und 6.9. Nach Stimulation steigt dieser auf 7.0 bis 7.2 an [11]. Somit gilt unser Speichel als sauer bis basisch, was nahe am Neutrum ist [12]. Zudem verfügt unser Speichel über Ptyalin, welches im Mund gebildet wird. Dieser ermöglicht uns Kohlenhydrate zu verdauen [13]. Kohlenhydrate sind Nährstoffe, die nur sehr geringfügig in Fleisch vorkommen. Gängige Fleischsorten enthalten nicht mal 1g Kohlenhydrate auf 100g gerechnet [14]. Hingegen enthalten viele Gemüsesorten weitaus mehr Kohlenhydrate [15]. Selbiges gilt auch für Hülsenfrüchte, da messen wir Werte von etwa 40g Kohlenhydraten pro 100g [16].

Vitamin C
Bei einer zu geringen Aufnahme von Vitamin C riskiert der Mensch an Skorbut zu erkranken [20]. Häufig hierbei auftretende Symptome sind Zahnfleischbluten, Müdigkeit, starker Durchfall oder Schwindel [21]. Die meisten Tiere, darunter auch Fleischfresser, produzieren ihr Vitamin C selbst [22].

Es ist an dieser Stelle möglich die Annahme zu treffen, dass Menschen ihre Fähigkeit Vitamin C herzustellen in der Evolution “verlernt” haben, weil dies in energieaufwendiger Prozess ist [22]. Eine weitere mögliche Erklärung hierfür ist, dass in vielen pflanzlichen Lebensmitteln wie Grünkohl, Erdbeeren, Zitronen, Spinat und Kartoffeln Vitamin C vorkommt, weshalb die Eigenproduktion von Vitamin C überflüssig wird [23].

Verdauung
Am Beispiel des Tigers sieht man, dass ein Fleischfresser keine Probleme hat, tierische Nahrung zu sich zu nehmen und in seinem Magen zu verdauen. Beim Menschen liegt jedoch der Fall vor, dass bei Fleischkonsum die Entstehung von Arteriosklerose begünstigt wird [24]. Arteriosklerose bedeutet, dass sich die Blutgefässe langsam durch Ablagerungen verschliessen [25]. Die Folgen sind Ischämie, Thrombose, Herzinfarkt und Schlaganfall, was Arteriosklerose somit zur häufigsten Todesursache in westlichen Industrieländern macht [25].

Die menschliche Magensäure aktiviert die Enzyme Pepsin und Kathepsin [17]. Pepsin ist für den Abbau von Proteinen zuständig [18]. Ausgewertete Daten von Untersuchungen an über 6’000 Personen zeigen, dass der Mensch mit seinen vorhandenen Enzymen nur sehr schlecht tierisches Eiweiss abbauen kann [19]. Ein Konsum von tierischem Eiweiss erhöht folglich das Risiko an Krebs oder Diabetes zu erkranken, wobei der Konsum von pflanzlichem Eiweiss völlig unbedenklich ist und somit vom Menschen bestens abgebaut werden kann [19].

Fazit
Unsere Anatomie zeigt uns, dass wir nur sehr wenig mit Fleischfressern gemeinsam haben. Hingegen sind wir den Pflanzenfressern viel mehr ähnlich. Hinzu kommt, dass pflanzliche Nahrungsquellen von unserem Körper besser verarbeitet werden können, wohingegen der Fleischkonsum bei uns Erkrankungen verursacht. Als Allesfresser ernähren wir uns also auch nicht optimal. Anders formuliert heisst das: Der Mensch ist weder Fleischfresser noch Allesfresser. Eine Ernährungsweise auf Pflanzenbasis ist also optimal für den Menschen.





[1]: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/ed/Panthera_tigris_altaica_Gebiss_Zoo_Leipzig_2013.jpg (Stand 23.02.2017)
[2]: http://bpetra.weebly.com/fleischenfresserpflanzenfresserallesfresser.html (Stand 23.02.2017)
[3]: http://bpetra.weebly.com/uploads/3/8/8/9/38897405/521635.jpg?444 (Stand 23.02.2017)
[4]: https://de.wikipedia.org/wiki/Gorillas (Stand 23.02.2017)
[5]: http://bpetra.weebly.com/uploads/3/8/8/9/38897405/1047416.jpg?442 (Stand 23.02.2017)
[6]: https://de.wikipedia.org/wiki/Zahn (Stand 23.02.2017)
[7]: http://www.sammlungen.hu-berlin.de/dokumente/46699/ (Stand 23.02.2017)
[8]: https://de.wikipedia.org/wiki/Zunge#Aufgabe_der_Zunge (Stand 23.02.2017)
[9]: http://www.rohkost1x1.de/fleisch-oder-pflanzenfresser/ (Stand 23.02.2017)
[10]: http://www.galerie-barbarossa.de/makrobiotik/fleisch/mensch_fleischfresser.html (Stand 23.02.2017)
[11]: https://de.wikipedia.org/wiki/Speichel (Stand 23.02.2017)
[12]: https://de.wikipedia.org/wiki/PH-Wert (Stand 23.02.2017)
[13]: https://de.wikipedia.org/wiki/Speichel-Amylase (Stand 23.02.2017)
[14]: https://www.kohlenhydrate-tabellen.com/kohlenhydrate-tabellen/fleisch/ (Stand 23.02.2017
[15]: https://www.kohlenhydrate-tabellen.com/kohlenhydrate-tabellen/gemuese/ (Stand 23.02.2017
[16]: https://www.lebensmittel-tabelle.de/Gruppe_18.html (Stand 23.02.2017)
[17]: http://symptomat.de/Magen (Stand 23.02.2017)
[18]: https://de.wikipedia.org/wiki/Pepsin (Stand 23.02.2017)
[19]: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/tierisches-eiweiss-ia.html (Stand 23.02.2017)
[20]: https://de.wikipedia.org/wiki/Ascorbins%C3%A4ure#Mangelerscheinungen (Stand 23.02.2017)
[21]: https://de.wikipedia.org/wiki/Skorbut (Stand 23.02.2017)
[22]: http://www.vitamin-smerd.de/showpage.php?SiteID=8 (Stand 23.02.2017)
[23]: http://www.netdoktor.ch/laborwerte/vitamin-c-8513 (Stand 23.02.2017)
[24]: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1312295/ (Stand 11.03.2017)
[25]: https://de.wikipedia.org/wiki/Arteriosklerose#Definition (Stand 24.02.2017)

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