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Unfreiwilliger Vegetarismus während den beiden Weltkriegen


Viele Studien zur vegetarischen Ernährung entstanden zu neuer Zeit. Es gibt aber auch solche, die entstanden direkt dem Lauf der Geschichte. So zum Beispiel während der beiden Weltkriegen:
Als Dänemark während des Ersten Weltkriegs durch die Blockade der Aliierten 1917/1918 von sämtlichen Importen abgeschnitten war, fehlten ihnen somit auch Nachschub an Nahrungsmittel.
Aufgrund eben dieser Knappheit an Nahrungsmitteln wurde der Arzt und Ernährungsberater Dr. Mikkel Hindhede von der dänischen Regierung aufgefordert, ein Programm auszuarbeiten, das eine noch grössere Nahrungsmittelknappheit vermeiden soll.
So wurde auf Hindhede’s Vorschlag der gesamte Viehbestand drastisch reduziert und auf den bisher für die Futtermittel genutzten Feldern pflanzliche Nahrungsmittel für Menschen angebaut, um die Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Die Ergebnisse gab Hindhede später im Journal of the American Medical Association (JAMA) bekannt. [1]

Die Resultate dieser Massnahmen waren unglaublich:
Noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen war die Sterberate in Dänemark so tief gewesen, wie in der Zeit vom Oktober 1917 bis Oktober 1918, der Phase, als die Nahrungsmittel am strengsten rationiert werden mussten.
Im Vergleich mit den Zahlen der vorausgegangenen 18 Jahren ist diese um 34% gesunken.
Anders ausgedrückt waren das 2,1 Menschen pro 1000, die nicht starben und auf die damalige dänische Bevölkerung von 3'000'000 aufgerechnet 6'300 Menschen! [1]

Auch im Zweiten Weltkrieg wiederholte sich dieser Rekord der tiefen Sterberate bezüglich der Ernährung:
Als Norwegen von den Deutschen besetzt war, mussten die Fleischzuteilungen für die Bevölkerung drastisch reduziert und oftmals ganz ausgesetzt werden.
Und auch hieraus ergaben sich erstaunliche Verbesserungen für die Gesundheit: [2]
So nahm etwa die Sterberate bei Kreislauferkrankungen drastisch ab.
Nach Kriegsende kehrten die Norweger zurück zu ihrer normalen Ernährungsweise, die Fleisch inbegriff -, und die Zahlen schnellten mit beinahe mathematischer Präzision wieder nach oben! [2]
Nicht nur in Norwegen, sondern auch in England wurde während des Zweiten Weltkriegs wesentlich weniger Fleisch und andere Tierprodukte konsumiert. Die Ergebnisse darüber standen in Einklang mit denen von Norwegen, die beträchtliche Fortschritte im Gesundheitssektor aufwiesen.

Diese ausgezeichneten Resultate einer fleischlosen Ernährung überraschte Dr. M. Hindhede überhaupt nicht, wie er im JAMA zum Ausdruck brachte. Seit 1895, als er mit seinen «Low Protein Diäten» begann, (die meist vegetarisch waren), stellte er grundsätzlich bessere körperliche Bedingungen fest. [1]
Darunter die Verringerung der Herzkreislauferkrankungen [1], die Säuglingssterblichkeit sowie der Tod im Kindsbett. [3]

All das sind absolut überzeugende Beispiele für grosse gesundheitliche Vorteile durch eine rein vegetarische Ernährungsweise.





[1] M. Hindhede, The Effect of Food Restrictions During War on Mortality in Copenhagen, Journal oft he American Medical Association 74, Nr. 6 (1920), S. 381
[2] A. Strom und R.A. Jensen, Mortality From Circulation Diseases in Norway, 1940 – 1945, The Lancet 260 (1951), S. 126 – 29.
[3] Vic Sussman, The Vegetarian Alternative (Emmaus, PA: Rodale Press, 1978), S. 55

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